Biophiliehypothese

(Biophilie = Liebe zum Leben/ Lebendigem)

Es gibt immer mehr Belege dafür, dass die Grundlagen für unser alltägliches Verhalten während eines langen Zeitraumes entstanden sind. Dieses steinzeitliche Erbe prägt auch heute noch unser Leben.

Für das Verständnis menschlichen Verhaltens ist es wichtig zu wissen, dass sich der Verstand in der Evolution ähnlich wie andere Organe entwickelt hat, um bestimmte Aufgaben zu lösen, die für unsere Vorfahren überlebenswichtig waren. Das heißt, dass die Gehirnstrukturen und Körperfunktionen sich an der sie umgebenden Umwelt entwickelt haben.

So beruht die Biophiliehypothese des Evolutionsbiologen Edward O. Wilson auf der Tatsache, dass der Mensch im Laufe der Evolution kontinuierlich von Natur, anderen Menschen, aber auch mit wilden und domestizierten Tieren, mit Pflanzen, mit Landschaften, mit den Kräften des Wassers, des Windes, der Sonne usw. umgeben war. Aufgrund der ihm angeborenen Biophilie fühlt der Mensch sich zu anderen Lebewesen hingezogen und braucht den Kontakt mit der Natur in einem ausreichenden Maße, um körperlich, geistig und seelisch gesund zu bleiben.

Verlässt der Mensch seine (natürliche) Umwelt oder (zer-)stört sogar seinen natürlichen Lebensraum, dann nimmt er sich selbst die Umwelt, auf die hin er im Laufe der Evolution geprägt worden ist.

Siehe auch Text zur "Wirkung natürlicher Seheindrücke"